Repeater, Access Point oder Mesh-
wann welche Technik einsetzen?
Um den WLAN-Empfang zu verbessern, kann man sich unterschiedlicher Methoden bedienen. Repeater, Access Point oder Mesh-System – alle Geräte versprechen einen besseren WLAN-Empfang und eine vergrößerte Netzabdeckung. Doch worin liegen die Unterschiede und welche Lösung eignet sich für wen?
Repeater – vergrößern effektiv die Reichweite, aber…
Repeater und Extender (auch WLAN-Verstärker genannt) bieten eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, die WLAN-Netzabdeckung zu erweitern. Einige Repeater verfügen über mehrere Antennen und können relativ flexibel im Raum platziert werden, andere hingegen besitzen ein integriertes Netzteil und lassen sich ganz einfach in die Steckdose stecken. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie aufgrund des fehlenden Kabels direkt an die Steckdose gebunden sind und damit weniger flexibel im Raum platziert werden können.
Funksignal büßt auf dem Weg an Qualität ein
Diese Erweiterung des Drahtlosnetzwerks mithilfe eines Repeaters ist allerdings immer mit Qualitätseinbußen verbunden. Ein Repeater kann zwar den Umfang der Netzabdeckung vergrößern, nicht aber die Qualität des Signals dabei konstant halten. Ein mögliches Einsatzgebiet eines Repeaters könnte zum Beispiel die Erweiterung der Netzabdeckung von der Wohnung auf den Balkon sein. Wo vorher noch kein Empfang war, ist mit einem Repeater auf einmal Netz vorhanden. Dabei muss man jedoch Einbußen in Kauf nehmen. So wird es in diesem Beispiel mithilfe eines Repeaters eher nicht möglich sein, datenintensive Anwendungen wie 4K-Streaming oder qualitativ hochwertige IP-Telefonie dort zu nutzen, wo vorher noch überhaupt kein Empfang vorhanden war. Repeater eignen sich also eher für den Einsatz innerhalb von Wohnungen und weniger für den professionellen Einsatz in Unternehmen.
Repeater mit Bridge-Funktion
Repeater mit Bridge-Funktion verfügen über eine RJ45-Buchse und ermöglichen den Anschluss von Geräten über ein handelsübliches Netzwerkkabel. Das kann etwa dann Sinn ergeben, wenn Sie einen Bereich per WLAN überbrücken möchten und dann zum Beispiel einen Fernseher via Patchkabel verbinden.
Verwende einen Repeater, wenn...
…lediglich kürzere Distanzen überbrückt werden sollen.
…deine genutzten Anwendungen nicht zu viel Bandbreite benötigen.
…du die Signale in Bereichen mit Störquellen verbessern willst.
…dir eine einfache Konfiguration wichtig ist.
…du nicht allzu viel Geld ausgeben möchtest.
Access Points – fungieren als Schnittstelle zwischen LAN- und WLAN-Netz
Access Points (AP) trifft man häufiger innerhalb von drahtlosen Firmennetzwerken an. Sie werden per Patchkabel an das Netzwerk angebunden und beziehen häufig auch gleichzeitig ihren Strom über dieses Kabel (Power over Ethernet, PoE). Hierdurch sind sie relativ stromsparend. APs werden normalerweise in größeren Gebäuden und teilweise auch in Außenbereichen eingesetzt. Im Vergleich zum Repeater hat der AP einen entscheidenden Vorteil. Während das WiFi-Signal durch den Einsatz eines Repeaters bereits häufig abgeschwächt beim Empfangsgerät ankommt, sendet der AP durch seine direkte Anbindung an das kabelgebundene Netzwerk ein „volles“ Signal.
Access Points – geeignet für Unternehmen mit vorhandener Netzwerkarchitektur
Auf- und Ausbau von WLAN-Netzwerken nicht nur ungemein erleichtert, sondern insbesondere mit seiner konstanten Übertragungsqualität, hoher Reichweite und Sicherheit punkten kann. Diese Netzwerke lassen sich dank des ortsunabhängigen Zugriffs komfortabel mit unterschiedlichen Endgeräten verwalten und administrieren. Aber auch Access Points haben einen Nachteil. Jeder AP ist auf einen kabelgebundenen Ethernetanschluss angewiesen. Diese Infrastruktur muss also vorhanden sein oder gegebenenfalls ausgebaut werden, was mit Kosten und Aufwand verbunden ist.
Access Points bieten sich an, wenn…
…es eine große Anzahl von Benutzern und Zugriffen gibt.
…eine Netzwerkstruktur bereits vorhanden ist.
…große Entfernungen überbrückt werden sollen.
…eine hohe Bandbreite und Stabilität erforderlich sind.
…es um professionelle Anwendungen geht..
Mesh WiFi – die Königslösung?
Der große Vorteil von Mesh ist die Tatsache, dass man mit den einzelnen Mesh Points weder auf mehrere Netzwerkanschlüsse angewiesen ist noch Einbußen des WLAN-Signals in Kauf nehmen muss. Darüber hinaus gestaltet sich die Installation fast genauso einfach wie bei einem Repeater. Zudem ist die Datenübertragung von Mesh-Lösungen in der Regel wesentlich schneller als bei Repeatern, da sie auf einem weiteren Frequenzband funken.
Benötigt nur einen Netzwerkanschluss
Mesh ist besonders überall dort eine tolle Alternative zum Access Point, wo keine weiteren Netzwerkanschlüsse vorhanden sind. Die Technik für den Aufbau eines Drahtlosnetzwerks mit Mesh ist allerdings allgemein teurer als herkömmliche Repeater. Vor allem wenn man etwas größere Netzwerke aufbauen möchte, können sich die Kosten für mehrere Mesh Points schnell summieren. Diese Mehrkosten für die Anschaffung eines Mesh Routers zahlen sich jedoch in vielen Fällen aus, da Mesh ein äußerst zuverlässiges und performantes Netz zur Verfügung stellt..
Mesh ist ideal, wenn...
keine weiteren Netzwerkanschlüsse vorhanden sind oder sich dessen Ausbau zu umständlich gestaltet..
...eine konstant hohe Leistung erforderlich ist.
...du keine Kompromisse bei der Empfangsqualität eingehen möchtest.
...du als Business User Büros auf einfache Weise ohne Kabelwirrwarr mit performantem WLAN versorgen möchtest.
Fazit
Die Art und Weise, wie man das WLAN-Netzwerk verstärkt und erweitet, hängt maßgeblich vom Einsatzgebiet ab. Während ein Repeater in der Wohnung durchaus Sinn ergeben kann, eignet sich dieser nicht, um Firmennetzwerke aufzubauen. Ebenso erfordert eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Regel keinen Access Point. Mesh kombiniert die Vorteile von Access Point und Repeater und ist deshalb für Privat- wie Business User interessant. Vor allem in größeren Privathäusern ist Mesh einem Repeater überlegen und sollte diesem daher vorgezogen werden.
Ja, jeder AP benötigt einen kabelgebundenen Anschluss; das ist super stabil, erfordert aber vorhandene oder neu zu verlegende Netzwerkdosen (Kosten/Aufwand).
Wenn keine (weiteren) Netzwerkanschlüsse verfügbar sind, du einfache Einrichtung und konstant hohe Leistung willst; Mesh ist häufig schneller als Repeater, nutzt dafür aber meist ein zusätzliches Frequenzband und kostet mehr.
Ja – besonders, wenn du ohne Kabelsalat mehrere Räume zuverlässig versorgen willst; es ist eine robuste Alternative, wenn AP-Verkabelung zu aufwendig wäre.
Access Points: Sie sind für hohe Nutzerzahlen, große Entfernungen und professionelle Anwendungen ausgelegt – vorausgesetzt, die LAN-Infrastruktur ist vorhanden.
Er hat eine RJ45-Buchse: Du kannst Funk überbrücken und z. B. TV/Stationärgeräte per Patchkabel anbinden – praktisch, wenn dort WLAN schwach ist.
Oft ja, wenn du ohne zusätzliche LAN-Dosen eine stabile, schnelle Abdeckung willst — Mesh braucht typischerweise nur einen Netzwerkanschluss und ist dank zusätzlichem Backhaul-Band meist flotter als Repeater. Es kostet aber mehr. Mit vorhandener Verkabelung sind Access Points weiterhin top; für kleine Wohnungen reicht oft ein Repeater.
Du hast noch Fragen zu Repeatern, Access Points oder Mesh?
Dann lass dich von unseren Experten dazu beraten.
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